Gütesiegel-Kriterien

Die Stiftung Helferrat hat sich mit der Einführung des Gütesiegel Helferrat entschieden, ein neues System der Qualitätssicherung für Berater und Dienstleister im Dritten Sektor zu schaffen. Mit diesem Weg soll nicht nur inhaltlich ein innovatives Konzept, sondern auch eine in Deutschland beispielhafte Form professioneller Unterstützung für Vereine und Stiftungen eingeführt werden. Mit dem Gütesiegel „HELFERRAT” existiert nun ein Instrument der Qualitätssicherung, das die Leistungen der Mitgliedsunternehmen definiert und ihre Realisierung für die Öffentlichkeit sichtbar macht. Davon profitieren sowohl die ehrenamtlichen als auch beruflich tätigen Menschen im Dritten Sektor, als auch die Einrichtungen und Träger wie Verbände, Stiftungen, Vereine, aber auch kommunale und landesweite Einrichtungen. Die Klarheit darüber zu erlangen, welche Qualitätsstandards die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland fördert und welche Unterstützung gerade ehrenamtliche Verantwortliche und ihre Einrichtungen benötigen.

Das Gütesiegel „HELFERRAT“ startet im Jahr 2021 in seine Pilotphase unter Beteiligung von Einrichtungen, Trägern und Kooperationspartnern zur Erprobung. Im Jahr 2022 erfolgt eine Auswertung der Pilotphase und ggf. eine Überarbeitung auf der Basis der bis dahin gemachten Praxiserfahrungen. Ab 2023 soll das Gütesiegel auf der Grundlage einer breit angelegten Evaluation, den Auswertungen aus vorangegangenen Zertifizierungsverfahren sowie Rückmeldungen der Mandantenorganisationen untersucht werden. Die Evaluation soll dann im Regelbetrieb eingehen und gesellschaftliche Einflüsse regelmäßig mit aufnehmen.

Voraussetzung für das Gütesiegel

Voraussetzung für die Teilhabe am Expertennetzwerk der Gesellschaft Helferrat ist, dass sich Einrichtungen, Dienstleister und Berater mit für den Dritten Sektor ausgewählter Ausrichtung nach dem Gütesiegel „HELFERRAT“ zertifizieren lässt.

In der Regel ist es jeweils ein einzelner Berater/Dienstleister, der zertifiziert wird. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass mehrere Berater/Dienstleister sich für eine gemeinsame Zertifizierung zu einem Verbund zusammenschließen oder eine gesamte Unternehmung sich zur Zertifizierung anmeldet. Voraussetzung ist, dass ihre Angebote für den Dritten Sektor aufeinander abgestimmt sind und die interne Leistungsverrechnung als Verbund erfolgt.

Leistungen und Strukturen des Gütesiegelanwärters

Das Gütesiegel definiert die Leistungen, die ein Berater/Dienstleister für den Dritten Sektor kennzeichnen, und benennt Strukturen, die für die Leistungserbringung förderlich sind. Es gliedert sich in vier Leistungs- und vier Strukturbereiche. Bei den Leistungsbereichen geht es um die Inhalte der Angebote. Bei den Strukturbereichen geht es darum, wie die organisatorischen Voraussetzungen dafür beschaffen sein sollen, dass das Angebot zu den Bedingungen des Dritten Sektors passt, bereits bekannt ist und kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Leistungsbereiche

  1. Beratung und Unterstützung für Vereine, Stiftungen, Familienstiftungen, Unternehmensstiftung oder andere gemeinnützige Organisationsformen, Verbände, Kommunen
  2. Dozententätigkeit, Coaching, Workshops und Fortbildung für Themenfelder des Dritten Sektors
  3. Public-Relations, Öffentlichkeitsarbeit, Logo- und Homepagegestaltung für Vereine und Stiftungen und Organisationen des Dritten Sektors
  4. Steuerberater mit Spezialwissen für Vereine und Stiftungen, DATEV und SKR49
  5. Juristen mit Spezialistenwissen für Vereine und Stiftungen und den Dritten Sektor
  6. Veranstaltungen, Events, Workshops und Pressearbeit
  7. Fördermittelberatung, Fördermittelantragstellung, Fördermittelnachweisbearbeitung
  8. Stiftungsmanagement, Vereinsmanagement, Spendenmanagement
  9. Software-Dienstleistungen, Digitalisierung

Profil zur Auswahl:

  • berufstätig und nebenberufliche Tätigkeit für den Dritten Sektor
  • selbstständige Freiberufliche Tätigkeit
  • Juristische Person

Strukturbereiche

  1. Ausrichtung des Angebotes
  2. Aufbau einer verbindlichen Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Diensten, deren Tätigkeit den Aufgabenbereich berührt
  3. Bekanntmachung des Angebotes durch zielgruppenorientierte Kommunikation
  4. Sicherung der Qualität des Angebotes durch Leistungsentwicklung und Selbstevaluation
  5. Zielgruppenorientierte interne und externe Kommunikation

Qualitätssicherung durch Steuerung und Teamentwicklung

Insgesamt enthält das Gütesiegel Kriterien, die gegliedert sind in Leistungen (z.B. die Organisation von Erstgesprächen und Beratungsgesprächen, die Bereitstellung von Bildungsangeboten oder die Bereitstellung von Informationen zur Nutzung der jeweiligen Leistung) und Strukturen (z.B. der Abschluss von Kooperationsvereinbarungen zur Sicherstellung verbindlicher Zusammenarbeit oder die Ausrichtung des Angebots am Umfeld). In jedem Bereich wird unterschieden zwischen Basis- und Aufbaukriterien. Basisleistungen und Basisstrukturen, verteilt auf die verschiedenen Bereiche, müssen mindestens erfüllt werden, um gütesiegelfähig zu sein. Durch die Festlegung der Mindestanforderungen und die Schwerpunktsetzung auf Basiskriterien soll sichergestellt werden, dass ein Gütesiegelträger einen bestimmten Mindeststandard erfüllt.

Durchführung des Zertifizierungsverfahrens

Im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens ist ein so genannter Selbstevaluationsbogen, in dem die einzelnen Kriterien des Gütesiegels abgefragt werden, auszufüllen. Zusammen mit den erforderlichen Belegen ist diese Selbstevaluation der Zertifizierungsstelle vorzulegen. Dort werden die Angaben ausgewertet und überprüft. Anschließend werden die Einrichtungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zertifizierungsstelle besucht. Die gesamten Unterlagen werden durch das Zertifizierungsgremium gesichtet und entschieden.

Nach erfolgreich durchgeführter Zertifizierung erhalten die Einrichtungen das Gütesiegel „HELFERRAT“ in Form eines Zertifikates und ein differenziertes Qualitätsprofil, in dem die Ergebnisse nachvollzogen werden können und Entwicklungspotenziale aufgezeigt werden. Das verliehene Gütesiegel ist dann vier Jahre gültig. Danach wird eine Re-Zertifizierung mit einem vereinfachten Verfahren durchgeführt.

Scroll Up